Druckversion - Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek unterstützt ZiB - Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung
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14. April 2024, 07:37 Uhr

Fachtag "Zeitintensive Betreuung im Pflegeheim - ZiB"

23.03.2023  von Anne Rademacher | Meldung teilen

München. Auf einem Fachtag der PKV-Stiftung am 22. März 2023 in München wurden die Ergebnisse der Begleitstudie zum Projekt „Zeitintensive Betreuung im Pflegeheim – ZiB“ präsentiert. Die positiven Effekte des Modells überzeugen: Pflegeheimbewohner fühlen sich gut versorgt, Angehörige sind begeistert, und die Arbeitszufriedenheit der Pflegekräfte steigt. Gleichzeitig werden Kosten gespart, weil es zu weniger Krankenhauseinweisungen und Notarzteinsätzen kommt.

Das Bayerische Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege unterstützt ZiB

Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek unterstrich in seinem Grußwort  zum Fachtag der Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung: „Das Pflegeheim ist ein Ort des Lebens, aber auch ein Ort, an dem man dann gut umsorgt sterben darf. Genau hier setzt das segensreiche ZiB-Projekt an und stellt sicher, dass die Bewohnenden an ihrem Lebensende liebevoll und ganzheitlich versorgt und begleitet werden. Aber auch die Pflegenden, die in ihrer täglichen Arbeit ständig wachsenden Herausforderungen und Stress ausgesetzt sind, berichten, dass sie sich nun mit viel Zeit und ganz den eigenen Ansprüchen entsprechend den sterbenden Bewohnenden widmen können. Das sorgt für mehr Zufriedenheit im Job. Wir haben fünf der teilnehmenden Hospizvereine mit rund 200.000 Euro gefördert. Zusätzlich wurde die Umsetzung des ZiB-Projektes von einer Studie begleitet. Auch diese haben wir mit knapp 100.000 Euro gefördert. Es ist vorgesehen, dass sich das Gesundheitsministerium auch künftig an der Weiterentwicklung von ZiB beteiligen wird.“

Hintergrund                                                                                                             

Bild: Auf dem Fachtag der PKV-Stiftung berichten die Palliativfachkräfte über ihre Arbeit im Projektjahr 2021-2022.

Obwohl die Leistungen zur Versorgung von Menschen am Lebensende in den letzten Jahren ausgeweitet wurden, ist eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Palliativversorgung in Deutschland noch nicht erreicht. Insbesondere für Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen gibt es keine gesetzliche Grundlage und auch keine Vergütung für die aufwändigere Versorgung in den letzten Lebenstagen. Dabei versterben schon heute über 30 % der Deutschen in einem Pflegeheim. Tendenz steigend. Für die Einrichtungen stellt die aufwändige Versorgung palliativer Heimbewohner eine große Herausforderung dar.

Mehr Zeit für Pflegekräfte durch zusätzliche Anstellung beim Hospizverein

Hier setzt das Modell „Zeitintensive Betreuung im Pflegeheim“, kurz „ZiB“, an. Speziell für die Palliativpflege weitergebildete Pflegefachkräfte bekommen mehr Zeit für die Versorgung der sterbenden Bewohner in ihren Einrichtungen. Erreicht wird dies durch die zusätzliche Anstellung der Pflegekräfte bei einem Hospizverein (20 Std. pro Kraft und Monat). In der Arbeitszeit beim Hospizverein sind die Pflegekräfte in ihrer eigenen Einrichtung ausschließlich für die Versorgung sterbender Bewohner zuständig. Gesteuert und fachlich begleitet wird der Einsatz der sogenannten „ZiB-Kräfte“ von einer Koordinationskraft im Hospizverein.

Die Personalkosten werden aus Fördermitteln der Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung, die auch das Gesamtprojekt koordiniert, des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, der Stiftung Zukunft Mensch und der Otto Diegel Stiftung (alle München) abgedeckt.

Zentrale Studienergebnisse

Die Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung beauftragte das IGES Institut, Berlin, mit der Durchführung einer Studie zu Bedarf, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit des Modells „Zeitintensive Betreuung“, die ebenfalls aus Fördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege unterstützt wurde. Die auf dem Fachtag vorgestellten Studienergebnisse bestätigen: Zusätzliche Zeitkontingente für die Pflegefachkräfte verbessern die Palliativversorgung im Pflegeheim entscheidend. Bei den Bewohnern am Lebensende und ihren Angehörigen konnte eine große Zufriedenheit mit der Versorgung nachgewiesen werden. Bei den Pflege(fach)kräften selbst wächst die Arbeitszufriedenheit. Aus Sicht der Leitungskräfte erhöht sich die Arbeitgeberattraktivität der an der „Zeitintensiven Betreuung“ teilnehmenden Pflegeheime – ein weiterer positiver Effekt, der zur Sicherung der Fachkräftebasis beiträgt.

Die dauerhafte Etablierung der Zeitintensiven Betreuung bedarf allerdings einer regelhaften Finanzierung – die Potentiale des ZiB-Ansatzes für die Wirtschaftlichkeit der Versorgung hat die Studie herausgearbeitet.

URL:
https://www.pkv-stiftung.de/aktuelles/bayerns-gesundheitsminister-klaus-holetschek-unterstuetzt-zib.html